Ausstellungen

16.09. – 31.10.2021
Mi – So
10.00 – 17.00 Uhr

Eintrittspreise des Museums

Museum für Stadtgeschichte
Schloßplatz 3A
06844 Dessau-Roßlau

Ausstellung im Museum für Stadtgeschichte/ Johannbau

Neue Schätze der Dessauer Stadtgeschichte – Schenkungen, Neuzugänge und selten
Gezeigtes

Im August 2021 gaben zwei winzige Tellerchen (Dm. 6,8 cm) aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts   Anlass zur Freude für das Museum für Stadtgeschichte Dessau. Frau Gisela Schaube aus Nordrhein-Westfalen, eine Urenkelin des einstigen Besitzers, machte sie uns zum Geschenk. Seitdem bereichern die Tellerchen die Porzellanbestände in der Sammlung, zu der auch wertvolle Unikate aus der Sammlung des ehemaligen Hofuhrmachers Fritz Seelmann zählen.

Besitzer der Teller war der aus Dessau stammende Gerhard Heine (1825–1910). In Halle hatte er Theologie, Philosophie und Philologie studiert und war später als Landesseminardirektor in Köthen tätig. Nebenberuflich betätigte er sich schriftstellerisch. 1866 erschien z.B. die „Geschichte des Landes Anhalt und seiner Fürsten“. 1864 heiratete er Elisabeth Schubring, Tochter des Theologen Julius Schubring aus Dessau.

Die Motive der kleinen Teller zeigen Stadtrelevante historische Gebäude: Das ehemalige Leopold-Dank-Stift ließ Fürst Leopold Maximilian 1746–1750 als Stiftsgebäude zur Unterbringung älterer Kriegsinvaliden errichten. Ehemals zierte ein auf vier Säulen stehender hoher Sandstein-Obelisk das Eckgebäude. 1838 wurde dieser wegen Baufälligkeit abgerissen. Der Turm in seiner heutigen Form wurde 1847–1850 nach dem Vorbild des Campanile am Hospital St. Spirito in Rom errichtet. Seit 1927 ist das Gebäude Sitz des Museums für Naturkunde und Vorgeschichte Dessau.

Der zweite Teller zeigt die dreiflügelige Anlage des Herzoglichen Dessauer Residenzschlosses. Damals war der Innenhof noch mit schönen Kübelpflanzen verziert. Während des Zweiten Weltkrieges fiel das Schloss den über der Stadt abgeworfenen Bomben zum Opfer. Kurz nach dem Krieg wurden der Ost- und Südflügel abgerissen. Der einzig erhaltene Flügel, der Johannbau, blieb bis zur Wende als Kriegsruine erhalten. Heute beherbergt er das Museum für Stadtgeschichte Dessau. 

Die Pressmarken auf der Unterseite der Teller verweisen auf die Königliche Porzellanmanufaktur Berlin. Vermutlich wurden sie als Weißware (also unbemalt) bei KPM gekauft und dann in Dessau veredelt. Hier eröffnete im Okt. 1875 eine Manufaktur des aus Neuhaldensleben stammenden Porzellanmalers August Arnbeck in der Askanischen Straße 3, in der selbstbemaltes Porzellan gebrannt wurde. Arnbeck betrieb sein Gewerbe bis zu seinem Tod 1903. Die Bearbeitung in dieser Manufaktur ist zwar ist nicht hundertprozentig gesichert, aber naheliegend. Das Sammeln von Porzellan war im der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Liebhaberei.

 

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26.09.2021 – 31.01.2022
Mi – Mo 
10.00 – 18.00 Uhr

4,50 €

Orangerie beim Schloss Georgium
Am Georgengarten 18
06846 Dessau-Roßlau

Ausstellung in der Orangerie beim Schloss Georgium

Zucker aus Rüben –
Ein „Kraftstoff“ der Moderne

Am 14. Juni 1871 wurde die Dessauer Zucker-Raffinerie gegründet und am 1. September 1871 in das Handelsregister eingetragen. Das Unternehmen war gegründet worden, um hier das von den Chemikern Max und Emil Fleischer entwickelte Verfahren der Zuckergewinnung durch Melasseentzuckerung mit Hilfe von Strontium-Verbindungen in die industrielle Praxis zu überführen.
Mittels dieses Verfahrens ließ sich einfach und kostengünstig Konsumzucker gewinnen.

Die Zucker-Raffinerie entwickelte sich zu einem der wichtigsten Wirtschaftsunternehmen unserer Stadt, zu dem auch die Strontian- und Pottaschefabrik in Roßlau gehörte. Anlässlich der Entstehung der Dessauer Zucker-Raffinerie vor 150 Jahren bereiten das Stadtarchiv Dessau-Roßlau und das Museum für Stadtgeschichte Dessau derzeit unter dem Titel Zucker aus Rüben – Ein „Kraftstoff der Moderne“ eine Ausstellung vor, die nicht nur die Geschichte der Dessauer Zucker-Raffinerie bis hin zur heutigen Gärungschemie Dessau GmbH beleuchten wird.

Mit dem Anbau von Zuckerrüben und der Rübenzuckerindustrie waren auch moderne technische Entwicklungen und zahlreiche Innovationen in Agrarwirtschaft, Maschinenbau, chemischer Industrie sowie Nahrungs- und Genussmittelproduktion verbunden, sie hatte aber auch großen Einfluss auf Alltagsleben, Politik, Kultur, Migration und zahlreiche andere gesellschaftliche Bereiche.

Diese komplexen Zusammenhänge werden in der Ausstellung für Dessau-Roßlau und die Region Anhalt anhand von zahlreichen Objekten, Modellen, Grafiken, Fotos und Filmaufnahmen erstmals in den Blick genommen.
Zucker war einst ein Luxusgut. Mit dem wachsenden Produktionsvolumen von Rübenzucker konnten sich spätestens ab dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts aber auch die Angehörigen der ärmeren Bevölkerungsschichten Zucker für das Süßen von Kaffee oder Tee und zuckerhaltige Produkte wie Bonbons, Marmelade, Süßgebäck, Kuchen und Torten leisten. Wohl in jeder Familie standen Zuckerbehälter in der Vorratskammer oder Zuckerdosen auf dem Esstisch. Auch diese Veränderungen im Alltagsleben der Menschen sollen in der Ausstellung gezeigt werden.

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Juli 2021 bis März 2022

ohne Eintritt

Die genauen Standorte der Bildbänke können Sie der Karte auf der Ausstellungsseite entnehmen.

Für Fragen steht ihnen die Tourist-Information Dessau zur Verfügung.

Innenstadt

Freiraumgalerie

Nehmen Sie sich Zeit für einen Spaziergang durch die Stadt und entdecken Sie die schönsten Orten von Dessau-Roßlau als Fotoimpressionen auf einem rund 3,5 km langen Rundkurs zwischen Bahnhof und Kavalierstraße.

Die temporäre Ausstellung präsentiert in diesem interessanten Format ansprechende Themen wie Stadtentwicklung, Stadtgeschichte und Stadtkultur.

Lokale und regionale Fotografen und Fotografinnen waren aufgerufen, ihre ganz persönlichen und schönsten Blickwinkel der Sehenswürdigkeiten Dessau-Roßlaus einzusenden. Das beeindruckende Ergebnis kann man bei einem Stadtspaziergang besichtigen, ist ebenso digital erlebbar und inspiriert dazu, auch die Originalschauplätze zu besuchen.
Die Fotoimpressionen werden bis zum Frühjahr 2022 zu sehen sein. Danach wechselt die Ausstellung thematisch.

Hier geht es zur Ausstellungsseite.

Sofia Dona und Mara Genschel
8. Juli – 12. Sep 2021

Andrea Acosta
8. Juli – 14. Nov 2021

täglich 10 – 17 Uhr

freier Eintritt

Haus Gropius
Ebertallee 57
06846 Dessau-Roßlau

bauhaus-dessau.de

Haus Gropius

Fiktional: Sofia Dona, Mara Genschel und Andrea Acosta

Die Künstlerinnen Sofia Dona und Andrea Acosta sowie die Schriftstellerin Mara Genschel haben sich in den vergangenen Wochen und Monaten intensiv mit dem UNESCO-Welterbe der Meisterhäuser in Dessau, aber auch mit verschiedenen Infrastrukturen auseinandergesetzt. Es entstanden neue, eindrückliche Arbeiten, die die oft verdeckten Grundlagen des Alltags ans Licht holen. Inhaltlich widmen sie sich von der Jagd über das Publizieren bis hin zu den Steinen, mit denen die Meisterhäuser einst erbaut wurden.

In diesem Jahr beschäftigt sich die Stiftung Bauhaus Dessau im Rahmen ihrer Programme verstärkt dem Thema Infrastrukturen. Die Spuren der Ressourcenausbeutung, die der moderne Komfort zum Hintergrund hatte, sind bis heute in der Landschaft um Dessau präsent. Die baulichen Hinterlassenschaften der Bauhaus-Moderne bilden einen idealen Ausgangspunkt, den Zusammenhang zwischen Moderne und ihrer Infrastruktur kritisch zu befragen.

In Kooperation mit dem  Literaturhaus Berlin und der Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig.

24. Juni – 03. Oktober 2021
Dienstag – Sonntag geöffnet
10 – 18 Uhr

Eintrittspreise des Museums

Bauhaus Museum, Black Box

Bauhaus Museum Dessau
Mies-van-der-Rohe-Platz 1
(an der Kavalierstraße)
06844 Dessau-Roßlau

bauhaus-dessau.de

Zwischenspiele Bauhaus Museum

Vom Sammeln: Stoffgebiete. (1) Otti Berger Eine Installation von Judith Raum

Otti Berger steht im Zentrum zweier verknüpfter Ausstellungen. Nach Otti Bergers Ermordung im KZ Auschwitz befindet sich ihr textiles Werk zusammenhanglos über Archive weltweit verstreut. Aus Fragmenten dieses Werks entwickelte die Berliner Künstlerin Judith Raum für die Stiftung Bauhaus Dessau zwei Installationen. Im Zwischenspiel im Bauhaus Museum Dessau stellt sie vier originale Entwürfe Bergers aus den 1930er Jahren Designs gegenüber, die noch am Bauhaus Dessau entstanden waren. Sie spürt so der Frage nach, ob Bruchteile einer einst kontinuierlichen gestalterischen Praxis wieder in eine zusammenhängende Erzählung gebracht werden können.

Für die raumgreifende Installation in der ehemaligen Textilwerkstatt im Bauhausgebäude wiederum ließ die Künstlerin einen Vorhangstoff Bergers aus der letzten Bauhaus-Kollektion gewebter Vorhangstoffe aufwendig nachweben und inszeniert die Stoffbahnen gemeinsam mit neuen Videoarbeiten, die Konflikte und Verwerfungen während der Arbeit an der Stoffkollektion reflektieren.


Judith Raum (*1977) beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit Otti Bergers Arbeit und der spezifischen Qualität ihrer Textilien. Auf Grundlage intensiver Recherchen in europäischen und nordamerikanischen Archiven entstanden weltweit zahlreiche Installationen, Videos und Lecture Performances zu den Gebrauchsstoffen am Bauhaus.

24. Juni – 03. Oktober 2021
Dienstag – Sonntag geöffnet
10 – 18 Uhr

Eintrittspreise des Museums

Bauhaus Museum Dessau, Black Box

Bauhaus Museum Dessau
Mies-van-der-Rohe-Platz 1
(an der Kavalierstraße)
06844 Dessau-Roßlau

bauhaus-dessau.de

Zwischenspiele Bauhaus Museum

Zu Gast: Design Earth. Das Klima-Erbe

Mahnende Geschichten von UNESCO-Welterbestätten

Die COVID-19-Pandemie hat den globalen Tourismus und seine Infrastrukturen nahezu zum Stillstand gebracht. Damit ist ein Moment entstanden, der neuen Gestaltungsvorstellungen über die kollektive Verantwortung, einen Planeten in der Klimakrise zu erben, Raum gibt. Im Zwischenspiel zeigen El Hadi Jazairy und Rania Ghosn von Design Earth zehn Stätten des UNESCO-Welttourismus als Figuren in der Klimakrise und versuchen, die abstrakte Imagination der Klimakrise in diesen ikonischen Orten zu verorten. Die Fallstudien liefern ein breites Spektrum von Klimaauswirkungen: vom steigenden Meeresspiegel über das Arten sterben bis hin zu schmelzenden Gletschern. Das Zwischenspiel visualisiert Ereignisse und Werte, die unsere planetarische Vergangenheit und Zukunft spalten und definieren, einschließlich systemischer Muster von Gewalt, Rassismus und Vertreibung.

15. April – 03. Oktober 2021 +
28. Oktober – 06. März 2022
Dienstag – Sonntag geöffnet
10 – 18 Uhr

Eintrittspreise des Museums

Bauhaus Museum Dessau
Mies-van-der-Rohe-Platz 1
(an der Kavalierstraße)
06844 Dessau-Roßlau

bauhaus-dessau.de

Im Experimentierraum

Infrastruktur (be)greifen. Vom Sammeln und Kuratieren

Welchen Weg hat ein Objekt hinter sich, bevor es ins Museum gelangt? Woher kam das Material für die ersten Versuchsmodelle eines Designklassikers? Kann ein Kunstwerk nachgebaut werden? Wie wird eine gestalterische Idee zum Publikumserfolg? Zwei Zwischenspiele „Im Experimentierraum“ untersuchen die Infrastruktur des Sammelns. Die Besucher*innen sind eingeladen, sich auf die Suche nach ausgewählten Sammlungsstücken zu machen. Forschend und spielerisch finden sie etwas über die Materialität, den Sammlerwert, die Rekonstruktion oder die Popularität eines Objekts heraus und lernen so seine Geschichte kennen. Dabei sind sie auch selbst als Ausstellungsmacher*innen gefragt: An einer Pinnwand können sie ihre Favoriten unter den Objekten zeigen.
(Quelle: Stiftung Bauhaus Dessau)