Leipziger-Synagogalchor, Foto Nikolai Schmidt

Kurt Weill Fest: Ortswechsel – Leipziger Synagogalchor

Durch Raum & Zeit mit jüdischer Chormusik. Ob der Hofmusiker Salomone Rossi 1628 in Mantua an der Pest starb oder im Krieg nach Venedig flüchtete, ist ungeklärt. Seine polyphonen hebräischen Werke verdanken ihre heutige weltweite Präsenz allerdings einem Ortswechsel: In Paris veröffentlichte der aus Bayern stammende Kantor Samuel Naumbourg 250 Jahre später die erste moderne Edition von Rossis Psalmen und Hymnen für den liturgischen Gesang in den Synagogen.

Wie Kurt Weill, Heinrich Schalit und Wilhelm Rettich ging auch der Leipziger Musiker Herman Berlinski 1933 nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten und dem Berufsverbot für jüdische Musiker ins Exil. In New York wurde er Organist an einer der größten Reformsynagogen. Hier konnte er sein kompositorisches Talent entfalten, und hier schuf er auch das Chorwerk Avodat Shabbat, das Leonard Bernstein begeisterte. Der Breslauer Musikpädagoge Werner Sander emigrierte als deutscher Jude und Überlebender der Schoah im Herbst 1945 aus Polen nach Thüringen. Sein folgender Ortswechsel nach Leipzig hat musikalische Spuren hinterlassen: Als Kantor der jüdischen Gemeinde gründete er 1962 den Leipziger Synagogalchor, für den er zahlreiche Arrangements jiddischer und hebräischer Lieder verfasste.

Informationen und Tickets finden Sie unter: kurt-weill-fest.de

Datum

01.März.2026

Uhrzeit

14:00 - 16:00

Standort

Melanchthonkirche Alten
Melanchthonkirche Dessau-Alten, Lindenstraße 1, 06847 Dessau-Roßlau

Veranstalter

Kurt Weill Fest Dessau GmbH
Telefon
0340-619595
E-Mail
welcome@kurt-weill.de
Webseite
https://kurt-weill-fest.de/

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